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ALLGEMEINE NEWS / 15-01-2026

WIR HABEN BEREITS DIE RICHTIGE GRÖSSE...

Interview mit Alberto Lejarreta. Stellvertretender Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender von Grupo Arania.

„Wir haben bereits die richtige Größe, um wettbewerbsfähig zu sein; jetzt befinden wir uns in einem Reflexionsprozess, damit es gelingt, das Modell immer effizienter zu machen“

Vor fast einem Jahr übernahm Alberto Lejarreta von Carmelo Bilbao das Amt des stellvertretenden geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden von Grupo Arania. Seine Diagnose der Situation ist eindeutig: Die Unternehmensgruppe besitze bereits eine ausreichende Größe, um in der Stahlbranche und auf einem so wettbewerbsintensiven Markt wie dem gegenwärtigen konkurrenzfähig zu sein; jetzt gelte es, einen Reflexionsprozess abzuschließen, der die Konsolidierung dieses Modells gestattet und es immer effizienter macht. Das Szenario sei komplex: eine „völlig disruptive“ US-Regierung, die die Marktregeln gebrochen habe, die asiatische Konkurrenz, die immer innovativere Produkte fertige, und eine Welt und ein Markt, die sich in rasantem Tempo veränderten. Um diese Herausforderungen zu meistern, stützt sich Alberto Lejarreta auf das Talent und die Stärke der mehr als 1.000 Mitarbeiter der Gruppe und auf deren vier Geschäftsbereiche, die sich gegenseitig ergänzen, um ausgewogene Ergebnisse zu erzielen und Wachstumsmöglichkeiten zu bieten.

Frage: Sie haben gerade das Amt des stellvertretenden geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden von Grupo Arania übernommen. Welches Erbe erhalten Sie von Carmelo Bilbao?

Antwort: In seiner 20-jährigen Arbeit wurde das, was die Gruppe früher war, grundlegend umgestaltet. Carmelo Bilbao hinterlässt nach 20 Jahren als Erbe eine industrielle Unternehmensgruppe mit der richtigen Größe, um im Bereich der Stahlindustrie und auf dem heutigen wettbewerbsintensiven internationalen Markt konkurrenzfähig sein zu können. Eine Gruppe, die sich auf die Wertschöpfung konzentriert, sich dem Service verschrieben hat, modern ist und eine bedeutende internationale Ausrichtung aufweist. Aber der wahre Wert, den Carmelo hinterlassen hat, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein, ist der einer Belegschaft von mehr als 1.000 Mitarbeitern, die sich für das Projekt engagiert. Menschen mit viel Talent, Enthusiasmus und Kraft, um sich auf diesem komplizierten Markt zu behaupten.

„Wir haben eine leistungsfähige Belegschaft und Führungsebene und können uns in angemessener Geschwindigkeit an die sich verändernden Gegebenheiten anpassen, um wettbewerbsfähig zu sein“

F: Ihre Ernennung findet in einem sehr komplizierten geopolitischen Kontext statt. Sind Sie besorgt über diese Situation?

A: In den letzten fünf Jahren hatten wir die Pandemie, eine anschließende Lieferkettenkrise, bei der alles fehlte, den Ukraine-Krieg ... Und gerade als es so aussah, als ob sich die Dinge normalisieren würden, fanden in den Vereinigten Staaten Wahlen statt, an denen Donald Trump ganz disruptiv teilnahm, indem er mit den Regeln des internationalen Handels und aller Gleichgewichte brach ... Das ist nun die neue Normalität, in der wir leben: Ständige Veränderungen auf dem globalen Stahlmarkt beeinträchtigen stark die Geschäftsbereiche. Ob ich mir Sorgen mache? Das erinnert mich an die Worte des früheren stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden: „Mach dir keinen Sorgen, Alberto, kümmere dich darum“. Und genau das versuchen wir. Glücklicherweise haben wir eine leistungsfähige Belegschaft und Führungsebene, und das Wichtigste ist, dass wir in der Lage sind, uns diesen so veränderlichen Gegebenheiten mit der richtigen Geschwindigkeit anzupassen. Daneben haben wir sehr hart an der Geschäftsgrundlage gearbeitet, wir haben sehr starke Führungsteams, sehr talentierte und gut ausgebildete Mitarbeiter, und wir haben über die Jahre eine Menge gründlicher und grundlegender Arbeit geleistet, um nach neuen Märkten zu suchen, Produkte zu entwickeln und uns mit vielen Alternativen und Werkzeugen auszustatten, um handeln zu können und wettbewerbsfähig zu sein.

F: Welche Reaktion kann die Gruppe in dieser Situation bieten?

A: Die Gruppe hat die richtige Größe, eine ausgewogene Größe, die zu Skalenwirtschaft und Einkaufsvorteilen und anderen Aspekten führt, von denen die vier Unternehmen profitieren. Wir haben eine Arbeitsweise und eine Dynamik, die es uns ermöglichen, sehr flexibel zu sein und sehr schnell Entscheidungen zu treffen, ohne zu den Giganten der Branche zu gehören, für die es viel schwieriger ist, ihr Tempo zu ändern. Besorgnis ja, aber wir müssen die Dinge als normal akzeptieren und sehr schnell handeln.

„Wir sind weder ein kleines Unternehmen noch ein Branchenriese, aber wir sind flexibel und können uns in einer angemessenen Geschwindigkeit an diese sich verändernde Welt anpassen, die andere vielleicht nicht haben“.

F: Ein weiterer Brennpunkt im internationalen Kontext ist die asiatische Konkurrenz. Mit welchen Wertversprechen begegnet die Gruppe dieser Herausforderung?

A: Wir kommen ja aus einer Zeit, in der die asiatischen Hersteller Produkte fertigten, die über den Preis konkurrierten, aber jetzt stellen sie zunehmend innovative Produkte her und ändern ihr Wertversprechen. Dies steht im Einklang mit dem, was ich vorhin über die Geschwindigkeit, mit der sich die Welt verändert, gesagt habe. Deshalb denken wir ständig darüber nach, wie diese Gruppe und die vier Unternehmen, die sie bilden, beschaffen sind und wie wir dem Kunden Mehrwert bieten können. Wir haben eine leistungsfähige Führungsebene und befassen uns in regelmäßigen Abständen mit den verschiedenen Unternehmen, um zu sehen, wie wir im Wettbewerb bestehen können. Es ist nicht einfach, aber der Ansatz der Gruppe ist es, die Produktentwicklung, die Wertschöpfung, F&E, eine sehr starke Weiterentwicklung aller Technologien usw. fortzusetzen. Wir haben jetzt eine Gesamtleitung für KI, die all dies innerhalb der Gruppe vorantreibt. Und dann würde ich über den Service sprechen: Service bedeutet Menschen, wir haben eine sehr starke Nähe zum Kunden, unsere eigenen Verkaufsteams, sehr talentierte, gut ausgebildete Techniker, die das Geschäft sehr gut kennen und die unsere Augen nach außen sind und uns helfen zu verstehen, wie wir Wertschöpfung erbringen können. Wir sind weder ein kleines Unternehmen noch ein Branchengigant, aber wir sind flexibel und imstande, uns in einer angemessenen Geschwindigkeit an diese sich verändernde Welt anpassen, die andere vielleicht nicht haben.

„Wir haben Pläne zur Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes und arbeiten an verschiedenen Aspekten in Übereinstimmung mit dem Marktgeschehen, aber wir sind davon überzeugt, dass die Geschäftsbereiche nachhaltig sein müssen".

F: Kann eines dieser Elemente das Engagement zur Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes sein?

A: Die Gruppe arbeitet seit mehreren Jahren an der Nachhaltigkeit und setzt sich dafür ein. In den letzten Jahren stand die Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes im Mittelpunkt des Interesses, aber schon seit dem Bestehen dieser Gruppe wurde immer sowohl an sozialen als auch an ökologischen Aspekten gearbeitet. Wir haben eine Leitung für Nachhaltigkeit, die in den vier Geschäftsbereichen mit Ausschüssen zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsplänen antreibt und vorantreibt. Wir haben in allen Unternehmen der Gruppe Pläne zur Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes; es wird an verschiedenen Aspekten gearbeitet, im Einklang mit dem Marktgeschehen, aber auch in der Überzeugung, dass die Geschäftsbereiche nachhaltig sein müssen. Und in dieser Hinsicht gibt es sehr ambitionierte Pläne, es gibt eine bemerkenswerte Entwicklung, aber es ist auch wichtig zu sehen, wie sich all dies entwickelt, während wir wettbewerbsfähig sind. Ich würde auch sagen, dass sich dies mehr und mehr auf dem Markt und in der Gesellschaft durchsetzt. Wir arbeiten in allen vier Geschäftsbereichen an Projekten für Kunden, die uns nach emissionsarmen Stählen fragen, die wir bereits liefern können; wir arbeiten an Projekten mit großen europäischen Akteuren wie Salzgitter, Arcelor, und in dieser Hinsicht würde ich sagen, dass die Gruppe auf europäischer Ebene an der Spitze steht.

„Die vier Unternehmen der Gruppe verarbeiten Stahl, aber sie sind sehr unterschiedlich; sie arbeiten in verschiedenen Branchen mit sehr unterschiedlichen Zyklen und tragen zur Vielfalt der Gruppe bei“.

F: Grupo Arania besteht aus 4 Geschäftsbereichen. Wie ergänzen sich diese, um die Effizienz zu erhalten und ihr Wachstum zu konsolidieren?

A: Grupo Arania ist eine industrielle Unternehmensgruppe, die sich aus fünf Unternehmen zusammensetzt, die sich mit Stahl befassen. Alle fünf verarbeiten Stahl, aber sie sind sehr unterschiedlich, arbeiten in verschiedenen Branchen mit sehr unterschiedlichen Zyklen und tragen zur Vielfalt der Gruppe bei. Die vier Geschäftsbereiche ermöglichen es uns, ein Volumen zu erreichen, das ausreicht, um auf dem Markt wettbewerbsfähig zu sein: Wir sind in der Lage, weltweit mit einem hohen Einkaufsvolumen Stahl zu kaufen, und die fünf Unternehmen profitieren von diesem Volumen und diesen Synergieeffekten. Es ist schwierig, dass alle zur selben Zeit einen positiven Zyklus durchlaufen, aber es ist auch schwierig, dass alle gleichzeitig in einem Abwärtszyklus stehen. Und das gleicht die Ergebnisse der Gruppe aus und gibt uns über vier verschiedene Geschäftsbereiche Wachstumsmöglichkeiten. Dies ist eines der Potenziale dieser Gruppe.

F: Dies ist das Ergebnis der Arbeit, die Sie als CEO mit Carmelo Bilbao als stellvertretendem geschäftsführendem Vorstandsmitglied der Gruppe geleistet haben. Was waren für Sie die Grundpfeiler dieser Beziehung?

A: In den letzten fünf Jahren bestand unsere Aufgabe darin, die Entwicklung der Wertschöpfung voranzutreiben, Märkte zu erschließen, Teams zu managen und viel an der personellen Komponente zu arbeiten, was den Unternehmen viele Möglichkeiten eröffnet hat. Wir haben es geschafft, in vielerlei Hinsicht zu wachsen und uns weiterzuentwickeln, wir haben viele Instrumente, um wettbewerbsfähig zu sein. Aber nachdem wir diese Größe erreicht haben, befinden wir uns in einem Reflexionsprozess, um zu sehen, wie wir dieses Modell immer effizienter machen. Wir haben bereits die richtige Größe, um wettbewerbsfähig zu sein, wir haben uns stark verändert, die Gruppe hat sich in diesen Jahren viel bewegt, und jetzt haben wir die Möglichkeit, weiterhin wettbewerbsfähig zu sein, um das Modell immer effizienter zu machen, es zu etablieren und ein wenig Perspektive zu gewinnen, um zu sehen, wie wir uns in Zukunft weiterentwickeln können.

„Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase, um die Geschäftsbereiche auszurichten und zu sehen, wie wir uns dieser neuen Gesellschaft und der neuen Situation, die sich so schnell verändert, anpassen können“

F: Wo stehen wir als Gruppe heute? Welche Herausforderungen liegen vor uns?

A: Die Gruppe befindet sich derzeit in einem Reflexionsprozess, um zu sehen, wie wir die Prozesse effizienter gestalten und das Modell konsolidieren können. Aber parallel dazu bewegt sich alles mit enormer Geschwindigkeit. Der Amtsantritt von Donald Trump war eine enorme Störung und brach mit allen Regeln des internationalen Handels. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir in den vier Geschäftsbereichen sehen müssen, wie wir uns dieser Situation anpassen, wie die Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht kommt, ob im westlichen Teil mit dem Stahl wirklich ein stärkerer Block entsteht. Es besteht nun die Möglichkeit, dass auf europäischer Ebene Hindernisse für den Markteintritt von Stahlerzeugnissen errichtet werden, und zwar mit Systemen, die denen in den Vereinigten Staaten ähneln ... All dies stellt eine Bedrohung für die Gruppe dar, eröffnet aber auch Chancen. Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase, in einer festgefahrenen Situation, um zu sehen, wohin sich die Wirtschaft entwickelt und wie wir weiter vorankommen können, indem wir an der Effizienz des Modells arbeiten. Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase, um die Geschäftsbereiche auszurichten und zu sehen, wie wir uns dieser neuen Gesellschaft und dieser neuen Situation, die sich mit solcher Geschwindigkeit verändert, anpassen können.

„Wir können über Maschinen, Strategie, Automatisierung und vieles mehr sprechen, aber das Unterscheidungsmerkmal der Gruppe sind zweifelsohne ihre Mitarbeiter“

F: Die Mitarbeiter sind ein wesentlicher Aktivposten von Grupo Arania und ein Grundpfeiler ihres Wachstums. Was bedeuten sie für Sie?

A: Der Wert der Gruppe ist der Wert der Mitarbeiter, aus denen sie besteht. Wir können über Maschinen, Strategie, Automatisierung und vieles mehr sprechen, aber das Unterscheidungsmerkmal der Unternehmen sind zweifelsohne ihre Mitarbeiter. Die Personalentwicklung ist sicherlich ein Thema, das uns am Herzen liegt. Wir haben sehr unterschiedliche Mitarbeiter mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten, und unser Anliegen ist es, einen Kontext und ein Arbeitsmodell zu schaffen, das von Vertrauen geprägt ist und in dem all diese Talente zum Tragen kommen können. Und auf Gruppenebene ist ein äußerst wichtiges Anliegen, wie das Talent im Unternehmen weiterentwickelt werden kann. Wenn diese Gruppe, die auf eine 85-jährige Geschichte zurückblicken kann, so weit gekommen ist, dann deshalb, weil es Teams mit Mitarbeitern mit großem Engagement und Enthusiasmus gegeben hat. Das ist das Entscheidende der Gruppe: Diese Mitarbeiter und dieses Team, das in der Lage ist, auf diesem so komplexen Markt wettbewerbsfähig zu sein.

„Das Schönste an meinem Arbeit ist, dass ich mit Menschen arbeite, die menschliche Komponente“.

F: Worauf und auf wen verlässt sich Alberto Lejarreta aus einer eher persönlichen Sicht heraus?

A: Natürlich ist dies eine Teamleistung und ein Teamspiel. Ich verlasse mich auf das Team, das Team verlässt sich auf mich, jeder hat seine Aufgabe. Ich bin der stellvertretende geschäftsführende Vorstandsvorsitzende und arbeite ständig mit vielen Menschen zusammen, und das Schönste an meiner Arbeit ist, dass ich mit Menschen arbeite, die menschliche Komponente. Meine Arbeit besteht oftmals darin, zu unterstützen und ihnen zu helfen, dass ihre Arbeit mit diesem Enthusiasmus und Engagement gut machen. Manchmal muss ich sie unterstützen, manchmal müssen sie mich unterstützen. So ist das Spiel und so arbeiten wir in diesem Unternehmen.

„Für eine Führungskraft ist es wichtig, gesund zu sein und Energie zu haben, die einem hilft, die Dinge voranzutreiben. Die Arbeit mit Menschen ist sehr schön, aber auch sehr anstrengend“

F: Welche Rolle spielen die Familie und der Sport in Ihrem Leben?

A: Um ausgeglichen zu sein, kann man nicht nur auf einem einzigen Bein stehen. Zwei weitere Dinge, die bei mir für Ausgeglichenheit sorgen, sind meine Familie und meine Frau Lierni; wir sind ja schon ein Leben lang zusammen, und natürlich ist sie eine wichtige Quelle der Ausgeglichenheit. Und etwas, was ich mein ganzes Leben lang gemacht habe, Sport, ist in einem Job wie meinem mit so viel Verantwortung, so dynamisch, wo wir mit vier Geschäftsbereichen arbeiten, steigt der Stresspegel, und Sport ist ein Ventil, das mir hilft, mich auszugleichen. Ich suche die Ausgewogenheit bei meinen Kollegen, in der Familie und im Sport. Wie schon die Römer sagten: „Mens sana in corpore sano“. Und für eine Führungskraft ist es wichtig, gesund zu sein und Energie zu haben, die einem hilft, die Dinge voranzutreiben. Die Arbeit mit Menschen ist sehr schön, aber auch sehr anstrengend.